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Schriftsteller hautnah: Thomas Meyer

Schriftsteller hautnah:
Thomas Meyer regte mit einer packenden Lesung aus seinem Buch über jüdischen Lebensstil zum Nachdenken an.

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Thomas Meyer mit den Leitern des Seminarkurses und ihren Schülern beim abschließenden Gespräch über sein Werk.

„Romeo und Julia“ modern interpretiert

„Nett, tätowiert, Papa.“ Mit diesen drei Worten vermag der humorvolle Autor Thomas Meyer sich selbst in möglichst kurzer Weise zu charakterisieren, als er danach gefragt wird. 14 Monate währte es, bis sein Werk „Wolkenbruchs wunderliche Reise in die Arme einer Schickse“ sich den Weg durch einen schöpferischen Prozess sich immer wiederholenden Schreibens und Verwerfens bahnte.

Ein junger orthodoxer Jude mit traditionell lebender Familie, der sich in eine Nichtjüdin verliebt – im Mittelpunkt der Handlung steht eine Liebesgeschichte, deren doch ernster Hintergrund auf originell komische und moderne Weise eine Auseinandersetzung mit dem Clash von Kulturen und Religionen geradezu herausfordert. Klar, dass es dabei zu allerhand Hindernissen kommt, die es zu überwinden gilt. Einige Ausschnitte sowie die Entstehungsgeschichte des genannten Werkes konnten die Schüler der zwölften Klasse des Wirtschaftsgymnasiums der Kaufmännischen Schule Bad Mergentheim inmitten der Jüdischen Kulturtage, welche vom Seminarkurs der Schule organisiert wurden, während einer Lesung des Schriftstellers kennenlernen. Denn Bücher sind immer ein besonderes Medium zur Kommunikation, die Möglichkeit zur Interaktionzwischen Autor und Leser wird aber erst durch Lesungen lebendig.

Witzig, spritzig, lebendig – so könnte man in drei Worten die neunzigminütige Lesung von Thomas Meyer beschreiben, welche den Fokus nicht nur auf das Werk an sich, sondern auch besonderes Augenmerk auf biografische Elemente oder Meyers neueste Kurzgeschichte legte. Thomas Meyer, den laut eigener Aussage die Medien zum Schriftsteller machten, sorgte also für eine unterhaltsame „Doppelstunde“ für die zwölften Klassen des WG. Er las kurze Kapitel des Buches, erklärte die jeweiligen inhaltlichen Zusammenhänge bei Zeit- sowie Gedankensprüngen, beantwortete mit Bravur die Fragen der Zuhörer und zeigte ein Abriss seiner Biografie auf.Meyers Ziele im Leben seien vor allem, „noch zufriedener“ zu werden oder „weitere Bücher“ verfassen zu können.

Das Interesse auf Seiten der Schüler war groß, Thomas Meyer zu seiner Schulzeit, seinen Werken, aber auch zu bestimmten Abituraufsatzartenzu fragen. So entbrannte beim Thema Essay eine lebhafte Diskussion über den Stellenwert dessen in der Literaturwelt.

Auch Fragen zur Verfilmung seines Buches, welche demnächst in Angriff genommen wird, beantwortete er mit Geduld. Ihm wurde das Privileg zu Teil, das Drehbuch des Films selbst zu Papier zu bringen, sodass er sich nochmals mit seinem Werk beschäftigt.„Ich bin kein religiöser Mensch und trotzdem jüdisch“, meint Meyer. Vielleicht auch wegen seines kulturellen Hintergrundes gelang es ihm auf besondere Weise, Sprache lebendig zu machen und trotz Erfolges bescheiden zu bleiben.

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